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Religiöser Terror 
September 2001kontakt@okf-sued.de

Kommentar:

Religiöser Terror schockt die Welt

Islamisten erklären USA den Krieg / Abscheu gegen verbrecherischen Inhumanismus

siehe auch:

Keine Träne für die Taliban -
Imperialismus und Terrornetzwerk

Was wird mit der Weltwirtschaft?

Letter to the World Socialist Website

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Die westliche Welt wurde durch die Terroranschläge von New York und Washington in eine Art Schockzustand versetzt. New York, die Metropole des internationalen Kapitals, ist schwer getroffen und muss tausende von Opfern beklagen, die in den Tod gerissen wurden.

Die martialischen Reden des US-Präsidenten Bush, der von "Kriegshandlungen", einem zu führenden "monumentalen Kampf" des "Guten gegen das Böse" sprach, verdecken nur die Ohnmacht im Angesicht des rücksichtslosen Terrors.

Jegliche Rechtfertigung oder Genugtuung über diesen menschenverachtenden Terrorismus ist nach unserer Auffassung vollkommen inakzeptabel.

Wir empfinden nur Abscheu gegen diesen religiös legitimierten Akt des Inhumanismus.

Die abzusehenden Aktionen des US-Militärs gegen die Ausbildungslager, Unterstützer und Ziehväter dieses Terrorismus sind gerechtfertigt. Der Krieg gegen den islamischen Terrorismus darf sich allerdings nicht gegen die Zivilbevölkerung richten, sondern muss deren Befreiung von dem mittelalterlichen Terrorregime in Afghanistan zum Ziel haben.

Islamischer Terrorismus

Die afghanische Taliban-Clique ist eine illegitime Regierung, die nur von Saudi-Arabien und Pakistan anerkannt wird. Bin Laden ist erst kürzlich zum Militärchef der Taliban ernannt worden.
Gleichzeitig lehnen wir eine generelle Verurteilung der Moslems ab, auch wenn wir kritisieren, dass der politische Machtanspruch der Islamisten stets nur frauen- und menschenverachtende staatliche Formen angenommen hat. Der Islam als politische Form ist reaktionär, der Aufklärung, dem Fortschritt und Humanismus entgegengerichtet.
Rassistische Übergriffe gegen Moslems sind aber zu verurteilen. Politische Kritik ist angebracht.
Die Urheber und Ausführenden der Terroranschläge sind schon namentlich bekannt. Die Täter waren arabischer Herkunft - islamische Fundamentalisten. Zwei der Terroristen, die die Flugzeuge auf das World Trade Center lenkten, waren arabische Studenten die in Hamburg studierten. Sie entstammen offensichtlich wohlhabenden arabischen Familien und hatten sich jahrelang u.a. in einer Flugschule von Miami auf die Anschläge vorbereitet.
In den bürgerlichen Medien wird so getan, als sei der Alleinschuldige der saudi-arabische Islamist Osama bin Laden. Solch eine Betrachtung darf aber nicht verkennen, dass dies nicht die Tat eines Einzelnen, sondern die einer Organisation gewesen ist. Es muss zudem außer dem religiösen Fanatismus noch eine politische Motivation der Taten geben.

Wie der Sender Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) berichtet, hat bin Laden die Attentäter beglückwünscht. Die islamische Terrororganisation "Al Qaeda" des bin Laden unterhält Ausbildungslager für Terroristen in Afghanistan, was den Führern der westlichen, also der kapitalistischen Welt seit langem bekannt ist. In den - nach TV-Berichten - vier Lagern werden mindestens 600 Terroristen ausgebildet und anschließend als "sleeper" in alle Welt geschickt. Dies bedeutet, dass sie nach ihrer Ausbildung ein scheinbar normales Leben irgendwo auf der Welt führen und irgendwann für die Durchführung von Terrorakten aktiviert werden.

Schon seit 1993 führen die Terroristen des bin Laden Anschläge gegen die USA, deren Truppen und Einrichtungen. Der Millionär aus Saudi Arabien hat seit dem Bürgerkrieg in Afghanistan weltweite Kontakte zu fanatischen Islamisten. Er gilt heute als eine Vorbildfigur in der arabischen Welt.
Die Politik der USA hat sich unfähig gezeigt mit den Islamisten umzugehen. Sie verschärften oft den Konflikt und um des Profits ihrer Ölkonzerne willen schlugen sie alle Warnungen in den Wind.

In gewisser Weise sind die Islamisten Kreaturen der US-Politik, deren expansiver Drang in der arabischen und islamischen Welt als Bedrohung und Provokation angesehen wird. Genau genommen steht die Politik der "neuen Weltordnung", in Gestalt des US-Diktats gegenüber der arabischen Welt, vor ihrem Scheitern, vor den Trümmern des selbst provozierten Terrors.
Es ist kurzsichtig wenn heute diskutiert wird, der Terrorismus könne mit militärischen und Sicherheitsmaßnahmen beendet werden. Solange die Ursachen bestehen, wird diese Gefahr nicht gebannt werden.

Terrorismus ist nicht zu rechtfertigen

Es wundert nicht, dass Faschisten wie der NPD-Mann Horst Mahler die Terroranschläge verteidigen. Das beweist nur die Inhumanität der nazistischen Ideologie. Nicht akzeptabel ist es, wenn Linke diesen Terror als Form des politischen Kampfes rechtfertigen oder Genugtuung und Verständnis zeigen. Angesichts dieser Menschenverachtung ist aber noch nicht einmal Gleichgültigkeit akzeptabel. Wir müssen nicht in die Dauer-Trauer einstimmen, die eine politische Solidarität erzeugen soll, die nicht die unsere ist. Aber unser Mitleid gilt den Opfern der Anschläge, die rücksichtslos in den Tod gerissen wurden und den Angehörigen, die den Verlust verkraften müssen.

Wir lehnen Terrorismus als Mittel des politischen Kampfes ab. Der Widerstand gegen den Kapitalismus muss mit politischen Mitteln geführt werden, die darauf abzielen, die Menschen ideologisch vom Kapitalsystem zu lösen und für einen revolutionären gesellschaftlichen Fortschritt zu gewinnen.

Das Privateigentum an den Produktionsmitteln kann nur durch den Kampf der unterdrückten Klassen überwunden werden. Terrorakte aber binden die Unterdrückten an ihre Unterdrücker, weil sie nationale Reflexe auslösen und sie sind aufgrund ihres Inhumanismus dem gesellschaftlichen Fortschritt entgegengerichtet.

Der Angriff auf der World Trade Center war auch ein Angriff auf die weltoffene Metropole New York, in der Angehörige vieler Kulturen und unterschiedlicher Herkunft zusammenleben. Die Islamisten haben auch diese Weltoffenheit, die das Gegenteil ihrer reaktionären Denkweise ausdrückt angegriffen.
Es war zwar auch ein Angriff auf Symbole des Kapitalismus, aber aus diesem Angriff hat niemand etwas richtiges lernen können, er erklärte nichts, er zerstörte nur und tötete. Der Kampf gegen die Ungerechtigkeit darf nicht mit ungerechten Mitteln geführt werden.

USA angeschlagen

Die USA zeigten sich nach dem Terroranschlag kurzzeitig angeschlagen. Dem Präsidenten kamen fast die Tränen und es lag eine Lähmung über dem Land. Inzwischen hat sich die Stimmung, zu messen am Barometer der Massenmedien gewandelt. Erst hieß es "USA under Attack", dann "America arising" (Amerika steht wieder auf) und inzwischen heißt es "USA - New War". Es breitet sich ein Nationalismus und Chauvinismus aus: überall werden US-Fahnen verteilt, geschwenkt und ausgehängt. Der Patriotismus überschlägt sich und löst die vorübergehende Lähmung ab.
Es besteht natürlich die Gefahr, das sich die Brutalität des Terrors überträgt, von den Opfern gegen die Täter gewendet wird. Es gibt jedoch auch besonnene Stimmen, die davor warnen in unangemessener Weise zu reagieren und den Terror mit Terror zu vergelten.

USA muss Politik ändern

Zurecht wird in der öffentlichen Diskussion gesagt, dass es eine rein militärische Abwehr des Terrorismus nicht geben kann. Den wildgewordenen arabischen Kleinbürgern muss politisch der Boden entzogen werden. Die imperialistische Politik der "neuen Weltordnung" ist gescheitert, führt dazu, dass der Krieg in die USA getragen wird.
Für die USA und alle imperialistischen Länder heißt dies, dass sie ihre Politik ändern müssen.
Sie stützen verbrecherische monarchische Regime wie das von Saudi Arabien oder Kuwait. Und sie bekämpfen andere als ob sie das "Böse" auf der Welt wären, je nach Taktik und kapitalistischer Interessenlage. Die Zivilbevölkerung des Irak ist seit über einem Jahrzehnt zur Geisel der US-Interessenpolitik geworden. Das Embargo hat über eine Million Menschen das Leben gekostet, wie unabhängige Berichte zeigen. Mit Humanismus und Demokratie hat eine solche Politik nichts gemeinsam. Deshalb ist die Forderung nach Aufhebung des Embargos gegen den Irak gerechtfertigt. Der Abzug der US-Truppen aus Saudi-Arabien könnte ebenfalls schnell zur Entschärfung der Lage beitragen.

Islamismus und religiöser Terror

Es ist den streng religiösen Menschen eigen, sich dem Glauben an einen vorgestellten Gott unterzuordnen. Die Gottesvorstellung ist ihnen alles und sie erniedrigen sich als Menschen vor diesem Gottesbild. Die Moslems rufen stets "Allah ul akbar" - "Gott ist groß", was soviel bedeutet wie: die Menschen sind klein.
Bestimmte Regeln, die als "Gottes Wort" oder Wille ausgegeben werden und die etwa im Koran stehen werden als allgemeine Regeln des Zusammenlebens angesehen. Dabei begreifen diese Menschen gar nicht, dass sie sich nicht dem vorgestellten Gott, sondern dem Diktat der Theologen, die diese Schriften verfasst haben und auslegen unterwerfen.

Bei den Fanatikern des Islam geht die Unterordnung des Menschen unter die Gottesvorstellung so weit, dass man von einer Verachtung des Lebens, auch des eigenen sprechen muss. Unterwürfigkeit unter den einen Gott, der so groß sein soll, führt zur absoluten Negation des Menschen und des Menschlichen.
Die absolute Geringschätzung des menschlichen Lebens drückt sich im islamischen Terror überdeutlich aus. Deutlich wird diese Geringschätzung des menschlichen Lebens auch in der mittelalterlichen gesellschaftlichen Praxis islamischer Staaten. Die Scharia, ein mittelalterliches islamisches Rechtssystem, das grausamste Bestrafungen für geringe Vergehen vorsieht ist ein Beweis für diese These.

Ist die islamische Religion ungefährlich? Sobald sie mit politischem Selbstauftrag und politischem Sendungsbewusstsein auftritt bestimmt nicht. Die fanatisch-aufpeitschenden Reden der Mullahs dienen dazu, dass die Theologie direkten Einfluss auf das politische Geschehen gewinnt. Die politischen islamischen Regimes im Iran, in Afghanistan, Pakistan, Saudi Arabien und dem Sudan sind zutiefst reaktionär: Frauen werden unterdrückt, reaktionäre Moral- und Sittenvorstellungen werden der Gesellschaft aufgepropft, die Erziehung ist religiös verseucht, Ausländerfeindlichkeit, Vorurteile und Engstirnigkeit sind an der Tagesordnung und das Rechtssystem ist mittelalterlich: mit Bestrafungen wie Handamputationen für kleine Diebstähle (aus Not), Steinigungen, öffentliches Köpfen und Auspeitschungen!

Die sogenannten Mudschaheddin in Afghanistan, die Hamas oder andere islamische Politgruppen sehen das Märtyrertum als zentrales Mittel des politischen Kampfes an. Vom iranischen Mullah-Regime wurden hunderttausende junge Männer im Krieg mit dem Irak verheizt und zu Märtyrern erklärt. Sie liegen z.B. auf dem "Heldenfriedhof" von Teheran wo ein "Blutbrunnen" fließt. Der Hass gilt als unmittelbares Prinzip. Der "heilige Krieg", der "Dschihad" gilt als religiöse Kampfmethode für die "Gotteskrieger". Pauschal werden alle Juden und alle Amerikaner verurteilt. In den Moscheen gibt es Aufrufe alle Juden und alle Amerikaner zu töten.

(redaktion marxistische kritik)

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