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Gegen religiösen Wahn 
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Erleichterung in Kabul

Taliban-Jihadisten geschlagen

Aus Massar-i-Sharif vertrieben und Kabul aufgegeben

siehe auch:

Lexikon
Afghanistan


Religiöser Terror
schockt die Welt


Was wird mit der Weltwirtschaft?

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Terror

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13.11.01 - Der Einfluss des Terror-Regimes der Taliban in Afghanistan wird zurückgedrängt. Erleichtert können die Menschen in weiten Teilen Afghanistans aufatmen. Die Taliban-Herrschaft neigt sich ihrem Ende zu. Die fanatischen Gotteskrieger haben sich aus Kabul zurückgezogen und Truppen der Nordallianz sind in die Hauptstadt einmarschiert.

Seit 1996 haben die "Koranschüler", die in Pakistan religiös und militärisch gedrillt wurden, über weite Teile Afghanistans eine fanatisch-islamistische Quarantäne verhängt. Der Bevölkerung wurde jede Art von Kultur, Unterhaltung und Freude, Spiele, Tänze, Musik und alle bildlichen Darstellungen verboten. Wöchentlich finden öffentliche Hinrichtungen statt. Frauen dürfen nur in männlicher Begleitung auf die Straße und müssen sich vollständig verhüllen, wenn sie ihr Gesicht zeigen werden sie von Religionspolizei ins Gesicht geschlagen oder auf der Straße geprügelt.

Mädchen und Frauen sind der Schulbesuch und die Unterrichtung bei Strafe verboten. Strafen werden nach der "Scharia" verhängt: Abhacken von Gliedmaßen, Köpfen, Züchtigung oder Kerkerhaft.

Die Truppen des Usbeken-Generals Dostam der zur Nordallianz gehört, haben die strategisch wichtige Stadt Massar-i-Sharif zurückerobert und von den Taliban befreit. Damit wurde eine erste Voraussetzung, für die Beherrschung der Verbindungsstraße nach Usbekistan geschaffen. Diese Straße hat eine wesentliche Bedeutung für den Nachschub der Nordallianz und um humanitäre Hilfsgüter in den Norden Afghanistans zu bringen.

Auch die Nordallianz wird von streng religiösen Mudjahedin dominiert. Die Beseitigung des Regimes der Koranschüler könnte für die Bevölkerung aber eine Verbesserung der Lebensverhältnisse bedeuten. Die Plünderungen und Erschießungen von denen aus Massar-i-Sharif berichtet wurde lassen nichts gutes ahnen. Deshalb muss die Weltöffentlichkeit muss auch nach den Taliban den Blick auf Afghanistan richten und dafür sorgen, dass das Land zivilisiert und wieder aufgebaut wird.

Es müssen Mindeststandards zivilisierter Lebensweise garantiert werden, bisher beherrschten die bewaffneten Taliban-Milizen den Alltag. Das das Land nun wieder von militarisierten Clans und Warlords beherrscht wird ist keine Alternative. Afghanistan braucht einen demokratischen Frieden. Es wurde eines der letzten Opfer des sogenannten "kalten Krieges" zwischen kapitalistischem Westen und den autoritärsozialistischen Ländern. Dieser "kalte Krieg" war oft auch ein heißer und führte zu Vernichtung und dauerhaftem Bürgerkrieg in Afghanistan. Die Weltöffentlichkeit hat deshalb eine Verpflichtung, sich um dieses geschundene Land und seine Menschen zu kümmern.

Zum Krieg gegen die faschistischen Taliban, die das Land mit Terror regieren und nur noch von Pakistan als legitime Regierung anerkannt werden, gab und gibt es keine vernünftige Alternative. Diesem Hort des Terrorismus - es gab im Land neun Ausbildungslager für islamistische Terroristen aus der ganzen Welt - wurde schon zu lange zugesehen. Der Westen schaute tatenlos zu, wie in Afghanistan militant-islamistische Banditen ausgebildet wurden, die weltweit Tod und Terror verbreiten. Die Verbindung der al-Qaida reicht nach Nordafrika, Südasien, Europa und in die USA. Sie haben den USA den "Heiligen Krieg" erklärt - die Attentate vom 11.September waren der bisherige Höhepunkt dieses Jihad, der sich gegen die USA und die Lebensweise in der westlichen Welt richtet.

Die Forderung der Friedensbewegten nach einem Gewaltverzicht und "politische Lösungen" sind nur auf den ersten Blick human. In bestimmten politischen Situationen gibt es zum Einsatz militärischer Mittel keine Alternative:

  • das pseudokommunistische Terrorregime des Pol Pot, dass Millionen Opfer forderte, konnte nur durch die vietnamesische Armee gestürzt werden;
  • bewaffnete Befreiungskräfte kämpften in El Salvador, Nicaragua und anderen lateinamerikanischen Ländern gegen Militärdiktaturen;
  • die Hitler-Faschisten in Deutschland konnten im 2.Weltkrieg nur durch die militärische Gewalt der Anti-Hitler-Koalition geschlagen und vernichtet werden.

Wie sich in letzter Zeit herausstellte, gibt es keine wirkliche Trennung zwischen den Taliban und den Terroristen der al-Qaida. Bin Laden ist schon seit einiger Zeit Militärchef der Taliban. Seine Milizen sind Bestandteil des Taliban-Systems. Die menschenverachtenden Anschläge in den USA, denen etwa 4900 Menschen zum Opfer fielen, entspringen derselben reaktionären Ideologie wie das Terrorregime in Afghanistan.

Es ist die Ideologie der Islamisten, jeglichen westlichen Fortschritt: Emanzipation der Frau, individuelle Freiheitsrechte, sexuelle Freiheit des Indivuums, Freiheit der Kultur, Kunst und Religion abzulehnen und als verkommen zu bekämpfen. Dabei geht es nicht darum die bürgerlichen Freiheiten und auch nicht ihre großen Defizite und bestehende Gefährdungen zu verklären. Dialektische Herangehensweise ist angesagt.

Die Islamisten sind reaktionäre Menschen, die die Menschen zu Sklaven ihres Gottesglaubens machen wollen. Die Mehrheit der Bevölkerung, die Frauen und Mädchen werden rassistisch versklavt, denn die Frauenfeindlichkeit der Religiösen (früher der Christen) ist die erste Form des Rassismus. Der Terror der Taliban richtet sich aber auch gegen nichtpaschtunische Volksgruppen, an denen Massaker verübt wurden.

Die vorgestellte Gottheit wird bis zur Selbstverleugnung und Selbstvernichtung hochgelobt. Der Mensch wird nur als "Gast" auf Erden angesehen. Die irdische Existenz wird als Leidensweg akzeptiert und quasi als Randerscheinung abgetan. Die religiöse Indoktrination beginnt schon im Kindesalter. Die Jungen werden von den Mädchen getrennt und einer dauernden Koranbelehrung unterzogen. Die geistige Zurückgebliebenheit dieser Menschen, die nur ein Buch kennen und die den Menschen nicht um seiner selbst willen achten, ist eine Folge religiöser Einseitigkeit und Verbohrtheit. Den Menschen auf religiöse Formeln zu beschränken bedeutet ihm seine Freiheit zu nehmen. Die Tatsache, dass die Taliban-Islamisten stets mit Maschinenpistolen bewaffnet auftreten zeugt schon davon, dass es sich um ein offen terroristisches System handelt.

Die Frauen hatten von Anfang an und am schlimmsten unter diesem Regime zu leiden. Sie wurden völlig entrechtet und werden wie Eigentum des Mannes, wie Sklaven behandelt. Sie dürfen nicht arbeiten und müssen für sich und ihre Kinder betteln. Es gibt sehr viele Kriegerwitwen in Afghanistan, die unter den entsetzlichen Bedingungen ums Überleben kämpfen.

Es gibt viele Linke, die die Augen vor diesen Tatsachen verschließen. Kanzler Schröder hat Verständnis für die Menschen geäußert, die sich nicht an die schrecklichen Ereignisse vom 11.September erinnern wollen. Die traumatische Situation, dass die Menschheit über die Massenmedien einen gigantischen Terroranschlag live miterlebt, war vorher nicht da gewesen.
Viele Menschen hat Angst ergriffen, die Brutalität des Terrors hat Spuren hinterlassen. Es ist psychologisch nicht verwunderlich, dass in einer Gesellschaft, die auf entfremdeter Lohnarbeit beruht und deren Menschen mit falschem Bewusstsein und Entfremdung fertig werden müssen, Leute die Augen verschließen.

Wer aber die Ursache dieses Krieges nicht in den Terroranschlägen sehen will, der flüchtet sich in eine Vorstellungswelt, die heute auch von linken Phantasten bedient wird, die Weltmachtphantasien ausbreiten und die in ökonomistischer Einseitigkeit nur vom Erdöl reden.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse auf dieser Welt sind ungerecht und gewalttätig. Die Menschen sind noch lange nicht zum Bewusstsein gekommen und doch wäre es in jedem Fall der falsche Weg und das falsche Signal die islamistischen Faschisten ungeschoren davonkommen zu lassen. Die Voraussetzung für eine zukünftige sozialistische Gesellschaft ist - wie es richtig in der "Jungle World" stand - die bürgerliche Demokratie und nicht die islamische Stammesgesellschaft.

(redaktion marxistische kritik)

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