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Afghanistan: Erste KriegsbilanzEnde des Bürgerkriegs eröffnet Perspektive Lag die Friedensbewegung richtig? |
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10.12.2001 - Der Bürgerkrieg in Afghanistan tobte 22 Jahre lang. Er hatte auch in den Jahren der Taliban-Herrschaft nicht aufgehört. Auf dem Gebiet der Talib-Koranschüler herrschte eine durch Terror erzwungene Friedhofsruhe. Leichen hingen auf den Straßen, im Fußballstadion von Kabul wurden Freitags die Spiele für Hinrichtungen unterbrochen; Musik und jegliche kulturelle Regung war verboten, die Frauen und Mädchen waren von Bildung und Beruf ausgesperrt und zur Bettelei oder Prostitution gezwungen. Der Charakter der Talib-Herrschaft, wie auch ihre Herrschaftsmethoden interessierte die Altlinke überhaupt nicht. Diesen über das bisher auf dieser Website veröffentlichte hinaus zu untersuchen, ist die Aufgabe eines speziellen Artikels, der neu hier aufgenommen wird. Der Charakter des Krieges wird dabei ebenso unter die Lupe genommen. (siehe: Der Anschlag auf das World Trade Center und der Krieg in Afghanistan) Da die Entwicklung in Afghanistan nun ihren Wendepunkt hinter sich gelassen hat, ist ein erstes Resümee angebracht. Die USA haben nach dem islamistischen Terror gegen ihr Land in Afghanistan, dass seit Jahren eine Brutstätte für fanatische Islamisten ist, interveniert. Sie griffen auf der Seite der republikanischen Nordallianz in den schwelenden Bürgerkrieg ein. Der Charakter der Nordallianz eröffnet sich fast auf den ersten Blick. Sie waren mehrheitlich Vertreter einer islamischen Republik, deren Präsident Rabani war. Weltweit war nur diese islamische Republik anerkannt und hatte in vielen Ländern Vertretungen. In ihren Reihen sind streng konservative Mudjahedin ebenso wie bürgerliche Demokraten und regionale Warlords. Wie ein Interview mit einem jungen Kämpfer der Nordallianz zeigte, gab es auch in ihren eigenen Reihen große Skepsis. Der junge Soldat befürchtete, dass vielleicht nach dem Ende der Taliban in den eigenen Reihen wieder bewaffneter Streit in den eigenen Reihen ausbrechen würde. Unüberhörbar war aber die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung, die immer erleichtert und teilweise überschwänglich auf die Befreiung ihrer Städte vom Taliban-Joch reagierte. Der Umschwung des Krieges kam nicht sofort mit dem US-Bombardement, dass erst nach und nach zielgerichteter wurde. Erst als die USA begannen, die Stellungen der Taliban-Faschisten im Norden anzugreifen, begann sich das Blatt zu wenden. Die Erstürmung der Stadt Mazar-i-Sharif, die erst 1998 an die Taliban-Milizen fiel, durch Truppen der Nordallianz, brachte die Wende. Die Moral der Nordallianz-Truppen wuchs und die Taliban-Anhängerschaft begann sich aufzulösen. Im Krieg ist die feste Kampfmoral der Truppen eine entscheidende Bedingung für den Sieg. Nach dem Sturz von Mazar-i-Sharif war der Nimbus der Unbesiegbarkeit der Taliban dahin. Das massive Bombardement auf ihre Stellungen erledigte dann den nächsten Schritt. Um Kabul gab es zwei Wochen lang harte Kämpfe, was in den Medien kaum Beachtung fand. Sie zogen sich fluchtartig zurück und örtliche Anhänger der Taliban wechselten die Seiten. Um Kundus gab es schwere Kämpfe und es offenbarte sich die wichtige Rolle der ausländischen Milizionäre der al-Qaida von Bin Laden. Der Kampf um Kandahar dauerte am längsten und währte bis zum 8.12.01 Er wurde wiederum von massivem US-Bombardement begleitet, jedoch am Boden von paschtunischen Milizen geführt. Sie standen unter dem Befehl, des zukünftigen Ministerpräsidenten, auf den sich die Versammlung in Bonn geeinigt hatte. Weitere noch andauernde Kämpfe gibt es um die Bunkerhöhlen bei Tora Bora, wo sich viele al-Qaida-Faschisten verschanzt haben. Es lassen sich folgende Erfolge des Krieges erkennen:
Durch den Kriegsausgang wurden diplomatische Ergebnisse erzielt:
Die Strategie der USA ist aufgegangen, auch wenn es ihnen noch nicht gelungen ist, den Milizenchef Bin Laden zu fangen. Ob Bin Ladens weltweites Terrornetzwerk tatsächlich, wofür es zahlreiche klare Hinweise gibt, für die Terroranschläge auf die USA verantwortlich ist, spielt für den Charakter des Krieges keine Rolle. Es war in jedem Fall ein Bürgerkrieg mit ausländischer/imperialistischer Intervention wie es schon viele gegeben hat. Erwähnt sei hier nur der spanische Bürgerkrieg (1936-39). Die Hilfslieferungen können nun, da die Grenzen wieder passierbar sind, ins Land kommen. Es kann auch wieder ein Handel mit zivilen Gütern ausgebaut werden. Hilfsgüter kommen ins Land, wofür die erfolgreiche Krieg eine Voraussetzung war. Es finden wieder Sportveranstaltungen statt, Frauen können wieder ihrem Beruf nachgehen, Mädchen in die Schule und es werden wieder Zeitungen gedruckt. Durch den Sturz der Taliban-Herrschaft gibt es die Chance auf eine bessere Entwicklung in Afghanistan. Jetzt kommt es darauf an, dass die Rechte der Frauen, die kulturellen, zivilen und individuellen Rechte gesichert werden. Eine demokratische Entwicklung verlangt dem allgemeinen Wahlrecht und der Freiheit zur politischen Betätigung, es verlangt nach einer Trennung von Kirche und Staat und einer Überwindung der feudalistischen Clansstrukturen in der afghanischen Gesellschaft. Friedensbewegung lag falschDie deutsche und europäische Friedensbewegung lag in ihrem Antiimperialismus und Pazifismus ziemlich daneben:
"Die Taliban unterstützen und verbreiten Terror nach innen und nach außen. ... Soweit dieses verruchte, menschenverachtende System das Ziel der Angriffe ist, streiten die US-Truppen einmal für eine berechtigte Sache, so wie sie im zweiten Weltkrieg zur Beseitigung des Naziregimes beigetragen haben. ... Der Pazifismus ist nicht immer die richtige Antwort, ... Auch wenn in Afghanistan nun unschuldige Opfer zu beklagen sind, so ist dieser Krieg gegen die Taliban, ganz pragmatisch gesprochen, doch die einzige wirkliche Hoffnung für die afghanische Bevölkerung. Sie sind dem Vergessen entrissen, erhalten nun notwendige Versorgungsgüter und mit der Aussicht auf den Sturz der Taliban kann es für die Bevölkerung auch wieder eine politische Perspektive, jenseits des alltäglichen patriarchalischen Religionsterrors geben."Wir sehen uns bestätigt. (redaktion marxistische kritik) |
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