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Kampf gegen religiösen Terror 
 09.Oktober 2001kontakt@okf-sued.de

Kurzkommentar

Kein ungerechter Krieg

Pazifismus ist nicht immer die richtige Antwort

siehe auch:

Keine Träne für die Taliban

Lexikon
Afghanistan

Religiöser Terror
schockt die Welt

Was wird mit der Weltwirtschaft?

Letter to the World Socialist Website

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Übersicht
Terror

09.10.01.- Die Luftschläge gegen die Taliban haben begonnen. Das war unausweichlich, ist durch das Völkerrecht als eine Form der Notwehr gedeckt und trifft die Richtigen. Wer hatte geglaubt, die USA würden die ihnen hingeworfene Kriegserklärung nicht aufnehmen? Dennoch war die Art der Reaktion nicht unbedingt zu erwarten. Die USA, die sonst zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen meistens die reaktionärsten Kräfte unterstützen und aufpäppeln, müssen sich nun gegen ihre eigene Brut zur Wehr setzen.

Sie täten gut daran, diese Aufgabe überlegt und mit Weitsicht zu erledigen, denn Afghanistan ist heute ein gefährliches Ausbildungszentrum für islamische Terroristen aus aller Welt. In den Terrorcamps der al-Qaida von Osama bin Laden wurden tausende Fanatiker für den "Heiligen Krieg" ausgebildet. Sie verbreiten ihre menschenverachtenden Lehren mit der Maschinenpistole im Arm. Ihre eingebildete Gottesvorstellung ist eine gewalttätige, vom Menschen abgewandte Lehre, die in mittelalterlicher Weise den Menschen zum Sklaven seiner Einbildung macht.

Das Taliban-Regime beherrscht das Land mit Terror und brutaler Unterdrückung. Als sie 1996 an die Macht kamen, beraubten sie zuerst die Frauen aller Grundrechte. In Afghanistan leben sehr viele Kriegerwitwen, die seither nicht mehr arbeiten dürfen. Für alleinstehende Frauen ist seitdem Bettelei und Prostitution die einzige Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Früher war Afghanistan ein Land der Lieder und der Geschichtenerzähler. Die Taliban haben den Menschen alle Freuden genommen: Lieder, Tänze, Musik und alle bildlichen Darstellungen haben diese Faschisten verboten. Die Bücher der Zentralbibliothek in Kabul haben sie verbrannt. Die Künstler des Landes sind in den Norden oder ins Exil geflüchtet und sie versuchen unter widrigen Umständen die Kultur des Landes zu retten.

Die Taliban unterstützen und verbreiten Terror nach innen und nach außen. Sie stützen ihre wirtschaftliche Macht auf den Anbau von Opium, worauf sie eine Steuer von 10% erheben, was sie natürlich nicht so nennen. Soweit dieses verruchte, menschenverachtende System das Ziel der Angriffe ist, streiten die US-Truppen einmal für eine berechtigte Sache, so wie sie im zweiten Weltkrieg zur Beseitigung des Naziregimes beigetragen haben.

Die Friedensbewegung darf in diesem Fall nicht übersehen, dass es kein Zufall ist, wenn sie mit reaktionärsten und faschistischen Kräften auf einer Seite stehen. Der Pazifismus ist nicht immer die richtige Antwort, er kann auch Ausdruck einer gelähmten politischen Stimmung sein. Auch wenn in Afghanistan nun unschuldige Opfer zu beklagen sind, so ist dieser Krieg gegen die Taliban, ganz pragmatisch gesprochen, doch die einzige wirkliche Hoffnung für die afghanische Bevölkerung. Sie sind dem Vergessen entrissen, erhalten nun notwendige Versorgungsgüter und mit der Aussicht auf den Sturz der Taliban kann es für die Bevölkerung auch wieder eine politische Perspektive, jenseits des alltäglichen patriarchalischen Religionsterrors geben.

Heribert Sommer
(Redaktion Marxistische Kritik)

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