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Mit Legenden für Bin Laden 
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Gegenargumente
11. September 2001

Haarsträubende Legendenbildung

 

Zwei Jahre nach den Terroranschlägen von New York, Washington und Pennsylvania schießen die Verschwörungsspekulationen ins Kraut. Und so wie mit "linker" Legendenbildung viel Papier bedruckt und noch mehr Geld verdient wird, benennt die veröffentlichte Pressemeinung nur einen Schuldigen für den zunehmenden Terrorismus auf der Welt: die USA.

Bei Sozialdemokraten und anderen Antiimperialisten ist die neue antiamerikanische Hauptfeindtheorie groß in Mode gekommen. Auch wenn es auf der Welt kaum mehr "Gute" gibt, so ist doch allgemein klar, wem die Rolle der Bösen zukommt. Im Iran heißen sie der große und der kleine Satan und auch in der EU werden darunter nicht Saddam Hussein und Arafat verstanden.

Von den Verschwörungstheoretikern werden in mehreren Büchern Behauptungen und Mutmaßungen aufgestellt, die sich widerlegen lassen, was DER SPIEGEL (37/03) dankenswerter Weise getan hat. Die Bestsellerautoren Bröckers, Wisnewski und von Bülow bedienen sich typischer Methoden der conspiracy: Gerüchte als Tatsachen hinstellen, Weglassen erhellender Tatsachen und Anknüpfen an antisemitischen und antiamerikanischen Vorurteilen.

Beispiele:

  1. Die Lüge, dass im WTC keine Juden umkamen, weil sie angeblich gewarnt wurden, kursiert in ganz Arabien, auch wenn sie längst widerlegt wurde. Abraham Forman hat mindestens 400 jüdische Opfer im WTC gezählt, wahrscheinlich waren es viel mehr, denn in den USA wird die Religion der Bürger nicht erfasst, was eine Rekonstruktion erschwert. An sich ist die Religion der Opfer auch bedeutungslos, nur die antisemitischen Lügner machen es nötig, dazu etwas zu sagen.
  2. Zeugenaussagen, die die Flugzeuge ins Pentagon und auf ein Feld in Pennsylvania stürzen sahen, wurden nur in Auszügen vom WDR ausgestrahlt. Genauso wie Zeugen des Flugzeugsturzes ins Pentagon das Wort abgeschnitten wurde, um ihre Aussagen zu verzerren. Ein öffentlich-rechtlicher deutscher Sender ließ es also zu, dass verfälschende, zusammengeschnittene Zeugenaussagen ausgestrahlt wurden. Die Aussagen der Zeugen wurde so geschnitten, dass sie den Eindruck erweckten, es könnte berechtigte Zweifel daran geben, dass ein Flugzeug ins Pentagon gelenkt wurde und dass ein Flugzeug in Pennsylvania abstürzte. Diese Verzerrungen, für die der WDR verantwortlich zeichnet sollen zur Legendenbildung herhalten und die Öffentlichkeit im antiamerikanischen Sinn täuschen.
  3. Kurz nach dem Anschlägen kam es zu Namens- und Personenverwechslungen, die sich längst aufgeklärt haben. Sie gehen auf Falschmeldungen von BBC und arabischen Fernsehsendern zurück. Obwohl erst später die richtigen Namen der Attentäter von US-Behörden genannt wurden, wurden und werden diese Spekulationen ungeprüft als Quelle benutzt, auf die bis heute falsche Behauptungen gestützt werden. (hs)

 



 

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