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Jihad und Linke 
  April 2002kontakt@okf-sued.de

Antisemitismus in der UZ

Gegen die Gleichsetzung Israels mit den Nazis

Mit Erschrecken musste man vor kurzem die antisemitischen Tendenzen in der DKP-Zeitung "Unsere Zeit" bemerken. Auf der Titelseite erfolgte eine unverhohlene Gleichsetzung der Juden mit den deutschen Nazis: "Sharon: ‚Totaler Krieg'"., hieß es da in dicken Lettern.

Diese Schlagzeile beruht auf einer falschen Übersetzung aus dem Hebräischen, wie sie auch von anderen, bürgerlichen Blättern (z.B. "Süddeutsche Zeitung") in Deutschland verbreitet wurde. Sharon sprach, korrekt übersetzt, von einem "kompromisslosen Kampf" und nicht von "totaler Krieg" - wie jungle World (16/02) berichtete. Ob sein Feldzug, dem auch viele Zivilisten zum Opfer fallen, ohne Alternative ist, soll hier nicht erörtert werden.

In den einführenden Worten deckt die UZ den islamistischen Terror mit der infamen Bemerkung "Wie bestellt kam das Attentat von Netanja". So verbreitet man Inhumanismus und Antisemitismus. Denn der Antisemit geht davon aus, dass sowieso immer die Juden schuld sind, so wie der Antiimp unterstellt, dass die Imperialisten immer Schuld sind, was auf dieselbe einfache ideologische Denkform zurückgeht.

Genauso wie die Opfer des islamischen Faschismus in den USA abgetan wurden und wie indirekt die Barbaren der Taliban in der UZ gedeckt wurden, um dem Antiimperialismus zu huldigen. Notwendige Erkenntnis bleibt, dass es einen wirklichen Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus nicht gibt - beides läuft auf tote Juden hinaus. Die UZ dreht mit ihrer Gleichsetzung die Geschichte um. Die Palästinenser sind nicht die Juden von heute! Die Islamisten töten Juden nur weil sie Juden sind und wollen Israel zerstören, das muss man anprangern. Es muss einen palästinensischen Staat geben, der keine Gefahr für Israel darstellt.

Eine oberflächliche, banale Kapitalismuskritik und idealistische - quasi-religiöse - Dogmen verstellen auch den UZ-Redakteuren den Blick. Sie sollten mal die unterdrückenden nationalen, völkischen und religiösen Ideologien hinterfragen und kritisieren. Die Befreiung der Menschheit vom Kapital erfolgt keineswegs durch die Solidarität mit Jihadisten wie Herrn Arafat oder mit Zivilisationsfeinden wie den faschistischen Taliban. Früher fragte man noch nach den Zielen der "Befreiungskämpfer", heute wird von Antiimperialisten selbst Barbarismus toleriert.

Es eben falsch, wenn Uri Averny unterstellt (siehe UZ), dass der Autokrat Arafat den Frieden "will". Wenn Arafat arabisch redet, hetzt er zum Krieg und auf englisch redet er vom Frieden und zwischendurch unterschreibt er die Überweisungen für die Familien der Selbstmordattentäter.

Die UZ und andere altlinke Blätter sollten den fortgesetzten massiven Terror gegen israelische Zivilisten, der zweifellos die militärische israelische Reaktion herausgefordert hat, nicht einseitig wegretuschieren oder umlügen und ihre Leserschaft auf diese Weise antisemitisch manipulieren und hinters Licht führen. Damit lindern sie das Leid der palästinensischen Bevölkerung kein Bisschen, aber sie tragen Mitverantwortung für den aufkommenden Antisemitismus in Europa.

Sie dienen nicht dem Frieden, wenn sie einseitig sind und Terroristen decken.

(nach einem Protestbrief an die UZ)

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