09.04.03 - Der 21.Tag
Heute ist der Tag der Befreiung Bagdads. Die Menschen sind auf der Straße und bejubeln den Sturz des Tyrannen und seiner Mörderbanden. Sie stürzen zusammen mit den Befreiungstruppen die Statuen des verhassten Saddam und holen sich aus den Palästen, was ihnen vorenthalten wurde.
Heute ist auch der Tag des Jubels in Erbil. Die Stadt im Nordirak wurde von kurdischen und US-Truppen genommen. Auf den Straßen sammeln sich die Menschen, schwenken US-Fahnen, halten Bilder von George W. Bush, dem "Friedenshelden", in die Höhe - es ist ehrliche Freude über das Ende des Terrors.
Heute ist ein Tag der historischen Wahrheit. Darf man ein Terrorregime mit Gewalt beseitigen? Ja man darf. Wenn es nicht mehr anders geht, dann geht es anders. Die Gewalt ist ein Geburtshelfer der Geschichte, das hat schon Karl Marx gelehrt. Keine bürgerliche Demokratie ohne Revolution. Und wenn die Revolution ausbleibt - wie damals in Nazi-Deutschland, dann muss die Freiheit von außen gebracht werden. Auch gut.
Heute ist der Tag des Fiaskos. Für die Friedensbewegten und Stalinisten bzw. Trotzkisten. Ihre Einschätzungen haben sich als falsch erwiesen. Sie waren zudem unfähig, sich auf die Seite des historischen Fortschritts zu stellen. Sie haben sich nicht für die Beseitigung des Ba'ath-Regimes eingesetzt und es versäumt, das nötige Mitgefühl für die Menschen im Irak aufzubringen. Aber die materielle Realität ist heute stärker als die völkische Ideologie.
Heute ist der Tag der Heuchelei in Berlin. Schröder, der den kalkulierten Antiamerikanismus einsetzte, um die Wahl zu gewinnen, der im Schatten des Krieges den General-Angriff auf die Arbeitslosen einläutete - er "begrüßt" nun die "Ereignisse", die er nicht zu bezeichnen wagt.
Heute ist der Tag der Niederlage des faschistischen Ba'ath-Regimes und aller geistesverwandten Richtungen. Bin Laden und seine fanatischen Terrorkommandos müssen erleben, dass die Menschen auch in der arabischen Welt die Freiheit begrüßen und sich auch von jahrzehntelangem Propagandageschwätz nicht haben völlig irre machen lassen. Der religiöse und arabisch-wahnhafte Glaube betört die Menschen und hindert sie daran, ein besseres Leben zu führen und zu genießen. Die anderen Diktatoren der arabischen / islamischen Welt sitzen seit heute nicht eben sicherer im Sattel.
Heute ist ein Tag zum Umdenken. Die Deutschen haben vierzig Jahre gebraucht bis sie begannen zu begreifen, dass sie 1945 befreit wurden. Erst 1985 hatte der Bundespräsident von Weizäcker erklärt, dass der 8.Mai 1945 ein Tag der Befreiung war. Werden die Friedensbewegten und die von Stalinisten und andern Unbelehrbaren beeinflussten wieder vierzig Jahre brauchen bis sie begreifen, dass die Befreiung des Irak ein wichtiger und richtiger Meilenstein der Geschichte war? Das muss nicht sein.
Heute, am Tag des Jubels von Bagdad, eineinhalb Jahre nach der Befreiung von Kabul, könnte ein Gedanke einsetzen. Muss man nicht um den Kommunismus, die allgemeine Befreiung der Menschheit zu erreichen, erst die Voraussetzung schaffen? Was ist von Leuten zu halten, die den Menschen in Bagdad die Freiheit nicht gönnen, die aber von Kommunismus faseln? Ganz einfach: nichts. Der Kommunismus fordert die Unterbindung aller menschengefährdenden Katastrophen, er ist das Programm gegen die Barbarei. Die bürgerliche Demokratie muss man nicht lieben, um sie allen Formen der Barbarei vorzuziehen.
Und heute ist ein guter Tag für Israel. Die Voraussetzungen für die Schaffung einer neuen Demokratie im Nahen Osten sind erkämpft. Für den Terroristen Arafat ist es ein schlechter Tag gewesen - und auch das ist gut so.
Heribert Sommer
Kommentare aus den drei Kriegs-Wochen:
Hintergrundartikel:
Down with Milzbrand-Onkel Saddam >>>
Warum es zum Krieg keine vernünftige Alternative gab >>>
Support the liberation of Iraq! >>>
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