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Linke und Irak-Krise | |
| März 2003 | kontakt@okf-sued.de |
"Junge Welt" leugnet Halabja-MassakerKein Herz für KurdenLinkes Blatt druckt zehn Jahre alte LügeDie ehemalige FDJ-Tageszeitung "Junge Welt" aus Berlin leugnete in einem Artikel das Giftgas-Massaker von Halabja. Der Autor Rainer Rupp bezeichnete in der Zeitung das Giftgasmassaker als "Halabja-Lüge". Er stützte sich dabei auf zehn Jahre alte Behauptungen des früheren CIA-Agenten Stephen C. Pelletiere, der in der New York Times seine Spekulationen verbreiten durfte. Pelletiere behauptete, dass der Gasangriff "aller Wahrscheinlichkeit nach" vom Iran ausgegangen sei. Ignoriert wurden von ihm und von Rupp die Aussagen der Augenzeugen, die die irakischen Hoheitszeichen auf den Flugzeugen erkannten und die Tatsache, dass sich inzwischen Behauptungen, der Iran hätte ebenfalls Giftgas eingesetzt, als falsch erwiesen. Im UN-Sicherheitsrat war nach dem Einsatz, dem mindestens 5000, nach anderen Angaben bis zu 10.000 Menschen zum Opfer fielen, der Gaseinsatz beider Kriegsparteien verurteilt worden. Erst viel später wurde klar, dass die Beschuldigungen gegen Teheran falsch waren, während dem Irak mindestens 41 Einsätze von Giftgas gegen die eigene Zivilbevölkerung nachgewiesen werden konnten. Die Einsätze von Giftgas gegen iranische Soldaten sind hierbei gar nicht enthalten. In der Zeitung "Neues Deutschland" - die sich bezüglich Schulderkenntnis über das Irak-Regime bislang sehr zurückhielt - wurden zum Jahrestag des Massakers von Halabja zwei Artikel veröffentlicht, die diese Tatsachen enthalten und die auf die deutsche Urheberschaft des Giftgases hinweisen. Es waren maßgeblich deutsche Firmen, die dem irakischen Regime die Anlagen lieferten mit denen das Giftgas hergestellt wurde. Bei dem Einsatz von Halabja, dessen Opfer von der BBC in einem erschütterten Dokumentarfilm gezeigt wurden, handelt es sich um ein international bekanntes Kriegsverbrechen. Es wurde jahrelang hartnäckig geleugnet und vertuscht, da die westlichen Mächte kein Interesse an der Aufklärung hatten, weil zum besagten Zeitpunkt das irakische Regime noch allseits, von USA und Europa wohl gelitten war. Die Behauptung, es wären besonders die USA gewesen, die das Land stützten ist nicht richtig. Hauptlieferanten für Kriegswaffen waren Russland, Deutschland und Frankreich. Deutsche "Friedensfreunde", die in gewissem Sinne die fünfte Kolonne Saddam Husseins sind, übernahmen die von Rainer Rupp lancierte Lügenmeldung prompt auf ihre Websites. Auch der Autor Anton Holberg drückte sich in einem ND-Artikel bezüglich Halabja sehr vage und abwiegelnd aus. Attac-Verbände, PDS-Ortsverbände und Friedensgruppen suchen ständig nach Argumenten, die den Irak entlasten und ihre unmoralische Position stärken. Die Wahrheit des jahrzehntelangen Leidens im Nordirak, das erst durch die Einrichtung der Schutzzone eingedämmt und beendet werden konnte, passt nicht ins antiimperialistische Weltbild, man hat eben kein Herz für Kurden - wenn sie nicht bei der völkischen PKK sind. siehe: konkret, 3/2003; Neues Deutschland, 15.3.03 und siehe: >>> Junge Welt: Hohn für das befreite Kabul
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