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Massenvernichtungswaffen im Irak | |
| Winter 2003 | kontakt@okf-sued.de |
Warum Deutschland den Irak bis heute decktDEUTSCHE KOMPLIZENSCHAFTIn dem Bericht, den der Irak der Uno vorlegen musste, wurden zahlreiche Firmennamen genannt, die das Land mit Industrieanlagen zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen beliefert hatten. Die entsprechenden Abschnitte des Reports werden geheim gehalten, weshalb die massive Verstrickung deutscher Unternehmen auch noch nicht weltweit bekannt wurde. Auf der Liste der Lieferfirmen sollen dutzende deutsche Firmen stehen, die den Irak aufrüsteten und mit Anlagen zur Aufrüstung belieferten. Es sollen - wie es im Fernsehen einmal hieß - neunzig deutsche Unternehmen vom Irak genannt worden sein. Die hier nachfolgende Liste beruht auf der Darstellung und Zusammenstellung von Hans Branscheidt, dessen Dossier in der Wochenzeitung JUNGLE WORLD am 19.2.03 veröffentlicht wurde. Hans Branscheidt ist Entwicklungshelfer, Mitarbeiter der Koalition für einen demokratischen Ira (KDI) und seit 1988 Mitarbeiter von Medico International. Aus Branscheidts Dossier geht hervor, dass die heutige deutsch-französische Kooperation zur Verhinderung des Sturzes von Saddam Hussein auf die früheren Zusammenarbeit zur Aufrüstung des Irak mit Massenvernichtungswaffen zurückgeht. Es waren deutsche und französische Firmen, die kräftig an der Aufrüstung des Irak verdienten. Das ist der Grund warum sich der BRD-Kapitalverband BDI stets mit aller Kraft für die Rüstungsexporte in den Irak einsetzte. Unter der Führung von Ludolf von Wartenberg, dem BDI-Geschäftsführer, wird eine Strategie verfolgt an die alten lukrativen Beziehungen anzuknüpfen. Die offenen Altschulden sollten dabei mit Neuanbahnungen von Geschäften verbunden werden, heißt es. Die von der Deutsch-Irakischen Gesellschaft (DIG) organisierten Solidaritätsfahrten nach Bagdad zur Aufhebung des Embargos, an denen z.B. Jamal Karsli teilnahm, waren ganz und gar im Sinne und Interesse deutscher Firmen und des BDI. Die Kriegsgegnerschaft der BRD-Regierung erscheint so betrachtet in einem ganz anderen Licht. Sie wird des moralischen Pathos entkleidet und erhält auch angesichts der massiven Ablehnung eines regime change im Irak einen giftigen Beigeschmack. Die ständige Forderung von Fischer & Co. nach Erhaltung der Stabilität im mittleren Osten deckt sich mit den Interessen von Fraktionen des BRD-Kapitals. Branscheidt schätzt die deutsche Interessenlage so ein: "Sie alle wissen ganz genau, weshalb sie das störende Embargo beseitigt wissen wollen. ... Anlässlich eines Kampfes um Bagdad könnten die noch vorhandenen Reste der deutschen Chemie- und Biowaffenproduktion zum Einsatz kommen, gegen Iraker wie Amerikaner. Die moralisch-politischen Auswirkungen wären wie die Schadensersatzforderungen ungeheuerlich. Zumal da nach dem Sturz Saddam Husseins alle Archive geöffnet werden könnten." (JUNGLE WORLD, Nr.9, 2003) Sollten die Sanktionen gelockert werden und das irakische Regime mit deutsch-französischer Hilfe überleben, dann stehen deutsche Lieferanten schon wieder an Tür - allzeit bereit jede Massenmordausrüstung (heimlich) zu beschaffen. Folgende deutsche Firmen lieferten Rüstungsgüter an den Irak:Raketentechnik für Giftgasraketen gegen Israel lieferten:
Acht LKW-Speziallabors (sandfarben) lieferte:
Anlagen für Giftgasproduktion, u.a. Gaskammern und Laboranlagen lieferten:
Dossier: Die Bagdad-Connection, Von Hans Branscheidt, JUNGLE WORLD, Nr. 9, 2003 |
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