Noch bevor irgendein Beweis vorliegt, haben ARD und HR - auf seinen Wunsch hin - Friedmans Sendungen aus dem Programm genommen. Stattdessen wird im ARD eine Sendung über Drogen ausgestrahlt. Wenn das kein Vorurteil ist!
Das Friedman Kokain genommen hat wird unterstellt. Und wenn er es getan hat, dann wäre es seine Sache! Und wenn er mit Prostituierten zusammen war, dann ist auch das seine Sache allein - auch wenn es seiner Partnerin Bärbel Schäfer wohl kaum Recht sein würde. Doch es ist festzuhalten: Bislang gibt es nur Gerüchte.
Dabei hat der "ordentliche Deutsche" sich der Ausschweifung zu enthalten, den Moralaposteln zu gefallen und mit Schnaps und anderen Alkoholika vorlieb zu nehmen.
Er darf keinesfalls illegale Drogen in seinem Haushalt dulden oder nehmen, sonst trifft ihn der Bannstrahl wie Constantin Wecker oder Christoph Daum. F.J.Strauß hat in alkoholisiertem Zustand politische Reden gehalten und lag nachdem er von Nutten ausgeraubt worden war, besoffen in New York, wie Bernt Engelmann einst berichtete. Den Bürgerblättern war das damals keine Schlagzeile wert.
Aber heute sind sich mediale Heuchler, Neider und Antisemiten nicht zu blöde laut auszusprechen, dass sie Friedman deshalb öffentlich demontieren wollen, um Genugtuung für den abgestürzten Terroristenfreund Möllemann zu nehmen. In den Augen des deutschen Antisemiten ist immer der Jude Schuld. Mit diesem Ressentiment wird heute unverschämterweise öffentlich gespielt. Was früher die Domäne der "Nationalzeitung" und anderer Blätter aus dem nazistischen DVU-Frey-Blätterwald war, das ist heute Titelthema auf dem "liberalen" Stern!
Solidarität mit Michel Friedman heißt Schutz für die Privatsphäre eines Menschen der in der Öffentlichkeit steht und unverhohlen Kritik übt. Es heißt auch, den Antisemitismus zurückzuweisen, der sich als Moralapostel und vorverurteilende Giftschleuder betätigt. Die Alkoholiker aus dem Bundestag sind kein Thema. Der kritische Journalist, der die Friedensfreunde maßgenommen hat und dem israelischen Premier Sharon die Gelegenheit gab im deutschen TV seine Position zu vertreten, aber wird mit massiver Stimmungsmache und moralischem Zeigefinger bedroht.
Der deutschen Medienmache zu misstrauen gibt es viele Gründe. Die Angriffe auf Michel Friedman sind einer mehr. (mak)