Initiative gegen den
Gewerkschaftsausschluß von Josef Lutz
c/o Winfried Fleischmann,
Anna-Rosenthal-Weg 44 91052 Erlangen
Email:
Winfried.Fleischmann@t-online.de 20. 7. 01
Info Nr. 2
Inhalt:
Nachrichten
Wichtige
Aktivitäten von Mitgliedern unserer Initiative
Diskussionen,
Meinungsaustausch
--------------Nachrichten-------------------------------------------
Delegiertenversammlung
der IG Metall Nürnberg verlangt Aufklärung über das Untersuchungsverfahren
Josef Lutz
Auf Antrag der
Vertrauenskörperleitung MAN Nutzfahrzeuge faßte die Delegiertenversammlung der
IG Metall Nürnberg am 28. 6. 01 folgenden Beschluß:
„Untersuchungsverfahren nach §10 der
IG Metall Satzung Kollege Lutz, Firma Semikron.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Die Vertrauenskörperleitung der MAN
Nutzfahrzeuge AG hat sich in ihrer Sitzung am 29. 05. 01 mit der Angelegenheit
befasst und folgendes beschlossen:
Der Ortsvorstand soll nach Abschluß
o.g. Verfahrens der Delegiertenversammlung umfassend Bericht erstatten.”
In der Diskussion zu dem Antrag
drückte sich der Ortsvorstand mit Hinweis, das Verfahren sei noch nicht
abgeschlossen, vor einer Stellungnahme. Dabei hatten die Mitglieder des
Ortsvorstands Jürgen Wechsler und Ernst Kuttruf sich im Dezember 2000 nicht
gescheut, auf der Delegiertenkonferenz und an anderen Gelegenheiten ausführlich
Anschuldigungen und Verdächtigungen gegen Josef Lutz aufzustellen. Jetzt
verschlägt es ihnen die Sprache.
Der Antrag wurde von der Delegiertenverammlung
angenommen. Zwar enthält der Antrag keine eindeutige Wertung der Angelegenheit.
Aber er zwingt die Verantwortlichen früher oder später zur Rechenschaft.
Ausschluß-Empfehung beim Vorstand:
Versucht man, die Entscheidung auszusitzen?
Am 19. 3. 01 hat der Ortsvorstand
Nürnberg die Empfehlung auf Ausschluss von Josef Lutz über die Bezirksleitung
Bayern an den Vorstand weitergeleitet. Seither ist Funkstille. Auf der
Nürnberger Delegiertenkonferenz gab Jürgen Wechsler bekannt, daß Josef die Firma
Semikron verlassen hat und ab August 2001 eine Stelle als Professor an der
Universität Chemnitz antritt.
Als Josef seine Änderungsmitteilung
im Gewerkschaftshaus abgab und darauf vermerkte: „ab August 2001 Universität
Chemnitz” ergänzte eine Sekretärin der Verwaltungsstelle dahinter: „ver.di”.
Nach Satzung der IGM wird ein Untersuchungsverfahren bei Übertritt in eine
andere Einzelgewerkschaft des DGB eingestellt. Hofft man so, billig aus der
Affäre zu kommen?
Unterschriftensammlung angelaufen
Am 29. 6. startete die
Unterschriftensammlung „Josef Lutz IG Metall Mitglied bleiben.” Bisher sind aus
Nürnberg 198 Unterschriften, aus Bochum 54 Unterschriften eingegangen.
Neue Erstunterzeichner
Wir begrüßen als neue öffentliche
Erstunterzeichner:
Josef Geigl, IGM Fürth
O. Konzack, IGM - Vertrauensmann
DaimlerChrysler Stuttgart-Untertürkheim
Herzlich willkommen!
Weitere Details aus dem
Geheimverfahren aufgedeckt
In ihrer Ausgabe vom 18. 7.
berichtet die in der Region Nürnberg erscheinende „Großraumzeitung”. Der
Zeitung liegt offenbar der „Bericht” von Ernst Kuttruf
(Betriebsratsvorsitzender Semikron) vor, den er über die politischen
Aktivitäten von Josef Lutz erstellte und den er als „Zeuge” in dem
Untersuchungsverfahren vortrug. Besonders delikat ist, daß Kuttruf derzeit für die Grünen auf einem der
vorderen Listenplätze für die Kommunalwahl kandidiert. Das sollte man sich
nicht entgehen lassen. Kommentar von Josef dazu:
„Mir fällt dazu ein, was ich einmal
von Oberkirchenrat Wilkens gelesen habe: „Nachdem ich über mich selbst einmal
einen Verfassungsschutz-Bericht gelesen habe, weiß ich, was ich davon zu halten
habe. Da stimmte eigentlich nur mein Name.” (zitiert nach Fritz Seibert,
„Schnüffler Falscher Provokateure” VMB Verlag Frankfurt 1985)....”
Besonders delikat ist, daß
Kuttruf derzeit für die Grünen auf
einem der vorderen Listenplätze für die Kommunalwahl kandidiert. Das sollte man
sich nicht entgehen lassen. Der Artikel steht im web:
http://www.radio-z.net/raumzeit/072001/18.html
----------Wichtige
Aktivitäten von Mitgliedern unserer Initiative-------------
Solidarität mit den Bahn-Kollegen
Josef Lutz und Winfried Fleischmann
sind Mitinitatoren des „Solidaritätskreis mit den kämpfenden Grundig-Kollegen”
in Nürnberg. Es gibt Bestrebungen zu einem gemeinsamen Kampf in der Region. Der
Solidaritätskreis verfügt über gute Kontakte zu Kollegen der Bahn. Jetzt ruf er
auf zur Gründung einer Arbeiter- und
Bürgerinitiative „Nürnberg steht auf - für jeden Arbeits- und
Ausbildungsplatz”. Auszüge:
„Es reicht! Vernichtung von 1100 Arbeitsplätzen bei
Grundig in Langwasser,
Verlagerung eines Teil der Produktion aus dem
Siemens–Zählerwerk,
geplante Schließung des
Bundesbahn–Ausbesserungswerkes ...Wo sollen unsere Kinder und Enkel einmal
Arbeits- und Ausbildungsplatz finden? Jedem muß klar sein: Es geht jetzt nicht
nur um ihn, sondern um die Verantwortung für die Zukunft der Jugend.
Wer jetzt
Sozialplan, Abfindung und Beschäftigungsgesellschaft mit den Konzernen
aushandelt, fällt damit den Kollegen sowie den Interessen unserer Jugend und
der Zukunft in den Rücken.
Wütend verbrannten 300 Kollegen
von Grundig ihre Kündigungsschreiben. Fast täglich protestieren Kollegen der
Bahn. Auf Kampfaktionen bei Grundig sprach die Geschäftsleitung fristlose
Kündigungen gegen Gewerkschafter aus - sie musste sie wieder zurücknehmen. Bei
der Bahn wurden Abmahnungen gegen Betriebsräte verhängt. Jetzt geht es um unser
aller Rechte. Für das Recht auf Widerstand, für ein vollständiges gesetzliches
Streikrecht!
Es ist an der Zeit, statt auf ständig neue Hiobs–Botschaften zu
reagieren, selbst die Initiative zu ergreifen und ein positives Programm aufzustellen.
Wir sind
Gewerkschafter mehrerer Betriebe darunter AEG, Siemens, Grundig und Einwohner
der Region. Wir gehen davon aus, dass durch den Einsatz der Belegschaften und die Unterstützung der
Bevölkerung erfolgreich der Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz
geführt werden kann.
- Bei der Vernichtung von
Arbeitsplätzen müssen Konzerne verpflichtet werden, Ersatzarbeitsplätze
bereitzustellen.
- Die Arbeitszeit muß weiter verkürzt
und Regelarbeitszeit von Montag bis Freitag durchgesetzt werden - statt dass die
einen zur 6 bis 7 Tagewoche genötigt werden, während die anderen arbeitslos
sind.
- Die Großindustrie muß zu
einer Ausbildungsquote von 10 % verpflichtet werden.
- Die Bahn-Belegschaften koordinieren
ihre Aktionen bundesweit. Gegen Spaltung und Standortkonkurrenz wird auch eine
internationale Koordinierung notwendig.
In allen Stadtteilen soll die
Solidarität entwickelt werden. Bereits am Donnerstag den 26.7.01 soll ein
erster Aktionstag auf dem Aufsessplatz stattfinden. Wir laden ein zur
Gründungsversammlung der
Arbeiter- und Bürgerinitiative
am Sonntag, den 22. 7. 01 um 18:30 Uhr,
Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein-Str. 6,
Nürnberg
Kampf um Erhalt des Flächentarifvertrags bei Halbleiterherstellern
Martin Bott schreibt:
„Hallo Kollegen,
in der "IGM Regional" Juli
2001 ist auf Seite 6 ein Artikel zum Thema "Streikvorbereitungen beim
Böblinger Logikchip-Hersteller Philips-SMST" abgedruckt. Hintergrund ist,
dass Philips in den "billigeren" Chemie-Tarif wechseln will. In der
deutschen Halbleiterindustrie gilt für die grosse Mehrheit der Metalltarif,
u.a. wird auch Semikron erwähnt. Gibt es hier einen Anknüpfungspunkt?”
Josef Lutz antwortete:
„Hallo Martin,
... Es ist aber schon seltsam. Im
Großraum Stuttgart kämpft die IGM gegen Bestrebungen von Halbleiterfirmen, aus
dem IGM Tarifvertrag auszuscheiden. In Nürnberg geht es anders herum.
Die Semikron einen
Anschlußtarifvertrag an den Metalltarifvertrag. Der wurde schon einmal, gegen
den Willen des VK, verwässert, indem längere Befristungen zugelassen werden.
Und
"auf Vorschlag der
Geschäftsleitung wird mit der IGM Ortsverwaltung Verhandlungen über einen
„innovativen Tarifvertrag" aufgenommen. Aber die Verhandlungen stehen
unter dem erklärten Ziel der Geschäftsleitung „Lohn- und Gehaltskosten zu senken".
(Aus der Dokumentation "Wer einen von uns angreift greift uns alle
an")
Dagegen war die Mehrheit des VK
skeptisch. Nachdem die Neuwahl der VKL war und die Befürworter des
"innovativen Tarifvertrags" (sprich Haustarifvertrag) nicht
wiedergewählt wurden, wurde das Kündigungsverfahren gegen mich eingeleitet. Das
gelbe Flugblatt, das der IGM Ortsvorstand gegen mich verteilen lies, wirft mir
ausdrücklich Behinderungen der Verhandlungen vor...
Ich empfehle Dir dazu die
Dokumentation, zu beziehen über den VNW (neuerweg@neuerweg.de).
Das ist ein Hauptaspekt der
versuchten politischen Kündigung, der bisher zu wenig beleuchtet wurde. Da muß
man dran bleiben.”
--------------------------Diskussionen,
Meinungsaustausch-----------------------------------
Stefan lenkt ein
Im Diskussionsforum der IGM Homepage
geht es in vielen Beiträgen recht unsachlich zu. Es ist auch anzunehmen, daß
bestimmte Kreise das absichtlich tun. Mit einer sachlichen Auseinandersetzung
kann man aber auch überzeugen. Das beweist folgender Brief von „Stefan”, der
uns erst angegriffen hat. Nach dem letzten Beitrag von Winfried schrieb er ihm
per Email:
„Lieber Winfried Fleischmann !
Ich habe mir erlaubt , zu Ihrem
informativen und nicht feindseligen
2. Beitrag auf der Forenseite der
IGM zwei Antworten zu liefern , auf die ich
Sie freundlichst hinweisen möchte !
Einerseits soll es meine als harsch
empfundene Kritik meiner 1. Antwort
erläutern und zweitens wollte ich
Ihnen deutlich machen , das die ablaufenden
Intrigen -Nürnberg ist kein
Einzelfall - mit
"geeigneten Maßnahmen "
innerhalb der Gewerkschaft "geregelt "gehören !
Inwieweit Sie der Meinung sein
könnten , daß das Besprechen von
Tricks und Taktiken gegen
Intriganten in -und außerhalb der Organisation
nicht an die Öffentlichkeit gehören
,weiß ich nicht !
Ich
meine ,sie gehören eigentlich nicht an die Öffentlichkeit ! Aber Sie selbst
veröffentlichten ja den Sachverhalt
! Deshalb antwortete ich in diesem
Ausnahmefall auch öffentlich ,
obwohl man die wirklichen Gegner - die
Arbeitgeber und vor allem die
indifferenten ,unpolitischen und auch dummen
Menschen insoweit nicht noch
bauernschlauer machen sollte ,als die ohnedies
schon sind !
Lesen Sie meine beiden Antworten
ruhig mal durch !
Vielleicht können Sie daß eine oder
andere verwenden !
Alles Gute - auch für Ihren
"Schützling "Lutz !
No Paseran (das ist spanisch , wurde
im span. Bürgerkrieg benutzt von den
Republikanern und bedeutet : "
Die Gegner kommen nicht durch ! Die Stellungen
werden gehalten ! " Dort gelang
es nicht !!!!!!!!)
Erhalten wir unsere Organisationen
gegen den äußeren Druck der Politik und
der Medien und gegen den inneren Druck durch dumme Hanseln oder gekaufte
"Verräter " in den
Führungen und Gliederungen !!
Vermutlich müssen teilweise auch mal
"härtere Bandagen " angelegt werden
- machen die anderen doch auch !
Wollen wir uns wirklich unsere Organisationen
durch Täuschung , Intrige und
formalistische Dickfelligkeit wegnehmen ,
umwidmen lassen ?Aber clever muß man
sein !
Moralische Empörung allein nutzt gar
nichts !
Nochmals gestatten Sie den Hinweis
auf einen alten Liedtext ,der eigentlich
alles enthält - man muß nur einiges
Wissen haben , um das zu wissen !
" Vorwärts ,und nicht vergessen
, wo Dein Platz ...... ! !
Sehen wir zu , daß es ein paar mehr
werden , die es wissen !
Stefan !
Winfried antwortet:
Lieber Stefan,
Deine Mail hat mich sehr gefreut.
Mit einer sachlichen Auseinandersetzung kommt man weiter.
Ich bin mit Dir einer Meinung, daß
Gewerkschaften Kampforganisationen der Beschäftigten gegen Unternehmer und
deren Willkür sein müssen. In der Initiative gegen den Ausschluß von Josef Lutz
haben sich gerade aktive Gewerkschafter engagiert, die im Betrieb täglich ihren
Mann stehen.
Dabei mußt Du Dir den Sachverhalt
klar machen: In dem Augenblick als der Betriebsrat und Mitglied der
Vertrauenskörperleitung Josef Lutz von seinem Kapitalisten angegriffen wurde -
Semikron leitete eine Verfahren zur fristlosen Kündigung ein, in dem Moment wo man
die Solidarität der Organisation braucht, da leitete der örtliche
Gewerkschaftsvorstand ein Untersuchungsverfahren zum Gewerkschaftsausschluß
ein, um der Geschäftsleitung zu helfen. Nicht wir haben den Vorgang in die
Öffentlichkeit gebracht, sondern der 2. Bevollmächtigte der IGM Nürnberg,
Jürgen Wechsler, der das Verfahren auf der Betriebsversammlung bekannt gab um
Stimmung gegen Josef zu machen. Gleichzeitig hat er ein gelbes Flugblatt mit
Verdächtigungen gegen Josef vor dem Betrieb verteilen lassen. Aber es gelang
nicht, zu spalten, die Belegschaft und der Vertrauenskörper hielten zu Josef
.
Wir wollen eine Gewerkschaft als
Kampforganisation, und dazu gehört die gegenseitige Solidarität, und daher
können diese Vorgänge nicht stehen bleiben.
Der Kampf gegen die Kündigung wurde
inzwischen gewonnen, vor allem durch eine breite Solidaritätsbewegung. Auch in
dem „Untersuchungsverfahren” wurden die gegen Josef erhobenen Vorwürfe
gewerkschaftsschädigenden Verhaltens widerlegt. Du kannst Dich über die ganze Sache
gründlich informieren im Labornet:
www.labournet.de/solidaritaet/lutz
Das einzige, was von den Vorwürfen
gegen Josef übrig blieb, ist, daß er Unterschriften für die Wahlzulassung der
MLPD gesammelt haben soll. Aber er soll deswegen aufgrund von Unvereinbarkeitsbeschlüssen
aus den 70er Jahren ausgeschlossen werden. Diese Beschlüsse sind spalterisch
und wurden auch vom Gewerkschaftstag 1999 kritisiert. Es geht hier nicht um den
„Schützling”, sondern daß wir eine demokratische Gewerkschaft als Kampforganisation
brauchen und daher so einen Gewerkschaftsausschluß nicht hinnehmen können.
Es ist immer Teil der
Arbeiterbewegung, daß man sich Gedanken um eine Alternative zur Herrschaft des
Kapitals macht. Ein Ausschluß deswegen muß bekämpft werden.
Die persönlichen Seiten, was Du als
Intrige bezeichnest, spielt sicher eine Rolle, aber es geht um mehr: Die eine
Richtung, die auf Bündnis für Arbeit setzt, die letztlich aus den
Gewerkschaften Dienstleistungsorganisationen machen will, und die im Fall von
Josef mit seiner Firma Semikron einen Innovativen Tarifvertrag abschließen
wollte, und die andere Richtung, die für Gewerkschaften als Interessenvertreter
der Beschäftigten, als Kampforganisation für die Durchsetzung deren Interessen
einsteht. Das ist der eigentliche Hintergrund des Konflikts. Und der ist in
allen Gewerkschaften.
Du hast recht in der Kritik an
einigen Beiträgen an der Homepage, die nicht ernsthaft sind. Auffallen ist daß
diese Beiträge immer anonym sind. Anonyme Beiträge sollte es da geben, wo das aus
wichtigen Gründen, wie Gefahr von Repressalien durch die Geschäftsleitung
notwendig ist. Trotzdem sind einige sehr kritische Beiträge mit Namen der
Verfasser unterschrieben. Anonyme Beiträge ohne Grund nur zum Herumalbern
sollte es eigentlich nicht geben. Das könnten der Verantwortliche der Homepage
durchaus regeln.
Leider ist Dein Beitrag aber auch
anonym. Den Wilfried Moryson hat das auch schon gewundert. Wir stehen hier mit
unserem Namen und unserer Person zu der Sache.
Nach allem solltest Du überlegen ob
uns hier nicht mehr verbindet als trennt, und ich würde mich freuen wenn Du
selbst auch bereit wärst, nicht nur dem Kollegen Josef alles Gute zu wünschen,
sondern auch als öffentlicher Erstunterzeichner Dich der Initiative gegen den
Gewerkschaftsausschluß anschließt.
Dies müßtest Du uns mitteilen unter
Angabe des vollen Namens, des Orts, Deiner Gewerkschaft und falls wichtig
Deiner Funktion in Betrieb oder Gewerkschaft.
Sie werden nicht durchkommen. No
paseran!
Mit kollegialen Grüßen
Winfried
Organisieren
Bernd Fischer schreibt:
Hallo Kollege Winfried,
Ich bin der Bernhard ( Fischer)
VK-Leiter Infineon Dresden. Soviel hab ich schon gelesen, dass du auch im
gleichen Konzern arbeitest und auch VKL-Mitglied bist....
Folgende Fragen hab ich:
1. Wie lange sollen wir noch weitere
Erstunterzeichner sammeln? Ich finde das gut, wenn wir uns da noch Zeit lassen
! Aber wir sollten uns auch gemeinsam überlegen, wie und wen wir gezielt
ansprechen.
2. Auch , dass wir vielleicht ab und
zu unsere Erfahrungen gegenseitig austauschen. im internet? per email!
3. Wir- einige Vertrauensleute haben
z.B. gestern darüber diskutiert, dass wir schon so über 10.000 Unterschriften
bundesweit sammeln sollten, bevor wir sie an den Vorstand schicken - darunter - so war unsere Meinung, ist das
gewerkschaftspolitische Gewicht zu gering! Was meinst du dazu? Bzw- sollten wir
solche Fragen auch gemeinsam in unserer losen Initiative diskutieren - den
Meinungsaustausch organisieren - !
4. Vielleicht wäre auch mal ein
Treffen nicht schlecht, wo dieser Austausch organisiert werden würde,.- Nicht
riesig lang und breit- aber eben konzentriert auf einen Tag (inklusive Anreise:
vormittags: nachmittags Austausch - abends
heimfahren oder Feiern oder...)
5. Hast du einen Überblick welche
Initiativen/Ideen es jetzt schon so
gibt ? Verschiedene Gewerkschafter hier
sprechen bislang noch recht gezielt Kollegen an wegen Erstunterzeichner - in
Nürnberg gibt es ja schon Erfahrungen vom Volksfest- das klingt gut !
6. Welche Erfahrungen hast du
gemacht? Wie macht ihr das mit dem Sammeln? Breit oder vereinzelt oder??? Mehr
im Betrieb -, Straße , Nachbarschaft???
7. Es kam auch die Frage auf, ob es
nicht nur Gewerkschafter sein sollten, die sich hier äußern - da es ja um einen
drohenden Gewerkschaftsausschluß geht. Wie handhabt ihr das ?
Ich denke viele andere werden vielleicht ähnliche Fragen
haben - wir sollten uns beraten , sie
klären - dann werden wir diese Unvereinbarkeitsbeschlüsse
dorthin schicken wo sie hingehören !
Ich würde mich sehr über neue,
andere Erfahrungen, Ideen, Kritiken freuen!
Herzliche Grüße , Bernhard
Antwort von Winfried:
Lieber Bernhard,
wir sollten weiter auf Erstunterzeichner ansprechen.
Gewerkschafter oder bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens, und auch
einfache Kollegen, die bereit sind sich zu engagieren und öffentlich für diese
Sache einzutreten. Das werden wir am besten die ganze Zeit offenhalten.
Die Erstunterzeichner gehören gleichzeitig der
Initiative an und werden durch die Infos per Email benachrichtigt. Dazu sollten
die Kollegen auch die Vereinbarungen kennen, die mit Bildung der Initiative
getroffen wurden. Sie sind in diesem Info am Schluß nochmal enthalten. Wenn ein
Kollege kein Email hat, sollte der von uns, der ihn gewinnt, seine Information
übernehmen.
Zur Unterschriftensammlung kann von der Erfahrung von
2 Stadtteilfesten in Nürnberg sagen: Die Kollegen unterschreiben im
allgemeinen, wenn man ihnen den Vorgang erläutert. Angesprochenen
Gewerkschafter der IGM Nürnberg, die den Vorgang kennen, haben eigentlich alle
unterschrieben. Bei Kollegen, die den Fall nicht kennen, war aber teilweise die
Reaktion, das ist ja unglaublich, das kann ich mir gar nicht vorstellen... Die
Kollegen halten die Gewerkschaft für eine Interessensvertretung der
Beschäftigten und reagieren verunsichert.
Dann gab es auch Reaktionen: Das wußte ich doch daß
dieser Haufen korrupt ist, ich hab auch da und da schlechte Erfahrungen
gemacht. Tretet doch aus dem Laden aus... Es ist sehr wichtig daß wir die Sammlung
mit dem Kampf um Gewerkschaften als Kampforganisationen verbinden.
Bei der Unterschriftensammlung und bei
Erstunterzeichnern ist die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft nicht
Voraussetzung. Es geht bei dem Kampf gegen den Gewerkschaftsausschluß ja auch
um den Kampf gegen die Einschränkung des Koalitionsrechts. Das ist ein
demokratisches Recht und betrifft jeden.
Weitere Ideen: Es fällt zum Beispiel auf, daß von
DaimlerChrysler, Großraum Stuttgart, eine ganze Reihe Vertrauensleute
Erstunterzeichner sind. Es wäre angebracht dann auf eine Entschließung des VK
oder der VKL hinzuarbeiten, öffentliche Entschließungen (wie schon bei Festo
erfolgt) geben der Sache höheres Gewicht.
Die Beratung und der Erfahrungsaustausch
untereinander ist eins der wichtigsten Dinge. Es geht hier auch um die
Zukunftsdebatte allgemeiner. In den Vorständen besteht die Auffassung, die
Gewerkschaften zu Dienstleistungsorganisationen umzuwandeln. Wir wollen
Gewerkschaften als Kampforganisationen. In dem Feld spielt unsere Auseinandersetzung
eine Rolle. Es geht zwar unmittelbar um den Ausschluß von Josef, aber auch
darüber hinaus wie wir gewerkschaftliche Arbeit machen. Wir informieren uns
also über das Internet, ruhig auch untereinander. Wir geben dazu dieses Info
heraus. Sich zu treffen wäre spitze, aber da muß uns was einfallen wie wir das
finanzieren. Das kostet ja einiges. Vielleicht hat jemand eine Idee.
Herzliche Grüße
Winfried
----------------------------Organisatorisches----------------------------
Vereinbarungen
Bei Bildung der Initivative (siehe
enstprechende Emails) haben wir folgendes zur Zusammenarbeit vereinbart:
Initiative gegen den
Gewerkschaftsausschluß von Josef Lutz
Diese Intitiative besteht aus
Gewerkschaftern, die sich im Internet engagiert haben, und anderen
Gewerkschaftern die sich anschließen.
Ziel der Initiative ist der Kampf
gegen den Gewerkschaftsausschluß von Josef Lutz und gegen die
Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen linke Organisationen, die diesem Ausschluß
zugrunde liegen.
Dazu informiert sie sich
gegenseitig. Der wesentliche Kontakt besteht per E-mail.
Die Ansprechperson nach außen ist
Winfried Fleischmann. Vor allen Aktivitäten und Erklärungen wird
Einvernehmlichkeit hergestellt.
Die Intiative verständigt sich als
erstes über eine Unterschriftenliste gegen den Gewerkschaftsausschluß. Im Raum
Nürnberg/Fürth/Erlangen sollen in wesentlichen Betrieben Kollegen auf die
Unterschrift angesprochen werden.
Als Erstunterzeichner treten
Gewerkschafter und bekannte Persönlichkeiten aus dem Bundesgebiet auf.
Das Labournet wird gebeten, diese
Unterschriftenliste samt Erstunterzeichnern online zu stellen so daß sie
überall ausgedruckt werden kann.
Meinungen zur Dokumentation gefragt
Seit Anfang Juli ist die Dokumentation „ Wer einen von uns angreift,
greift uns alle an” in der Öffentlichkeit. Uns interessieren Meinungen dazu.
Wie ist sie gelungen. Was gibt sie für die Gewerkschaftsarbeit her. Was muß das
nächste Mal besser gemacht werden?
Das Vorwort und Schlußwort findet ihr im Labournet: http://www.labournet.de/solidaritaet/lutz/index.html
(Die Dokumentation ist erhältlich über den Verlag Neuer Weg: neuerweg@neuerweg.de)