Bei der Wahl des historischen "Superstars" aus Deutschland wurde Karl Marx auf den 3.Platz gewählt. Auf dem ersten Platz landete Adenauer, ein Katholik, auf dem zweiten Luther, ein Protestant und auf dem dritten mit Marx ein Atheist.
Wir nutzen die Gelegenheit Karl Marx, den berühmtesten Vertreter des Kommunismus, hier vorzustellen. (siehe unten)
Die ZDF-Show "Unsere Besten" war in mancher Hinsicht bemerkenswert, denn sie zeigte in vielfältiger Weise die Vorlieben der Menschen, wie sie sich an Personen der Geschichte und Zeitgeschichte festmachen lassen. Aus kommunistischer Sicht war die Wahl von Karl auf den dritten Platz am bedeutsamsten. Schon seine Wahl unter die besten zehn, aus denen der "Gewinner" ermittelt wurde, war erfreulich.
Am Ende hatten für Adenauer 780.000 Leute angerufen, gestimmt oder eine Karte geschickt, für Martin Luther votierten 556.000 und für Karl Marx 500.000. Marx hatte in den ostdeutschen Ländern, sowie in Hamburg und Bremen zum Teil klar vorne gelegen. Die Wahl hatte sich zuletzt auf die drei Personen Adenauer, Luther und Marx zugespitzt.
Da es sich bei dieser Wahl zwar um ein Spiel, aber doch auch um ein Spiel um ideologische Vorlieben handelte, muss die Interpretation des Ergebnisses dies berücksichtigen.
Erstaunlich war auch, dass Marx bei der zusätzlich stattfindenden Befragung im Internet den höchsten Wert hinsichtlich seiner Aktualität erhielt. Was die verbreitete Unzufriedenheit mit den kapitalistischen Verhältnissen andeutet, die den Menschen mehr und mehr Übel zumutet, was durch die Annehmlichkeiten des Marktes nicht immer voll aufgewogen wird.
Auf Adenauer den ersten Bundeskanzler der BRD hatten sich wohl alle Anhänger der CDU, die Konservativen und Katholiken konzentriert. Die Sozialdemokraten und Protestanten setzten auf Luther und die Linken und die Mehrheit der ehemaligen DDR-Bürger wählten Marx. Für Atheisten blieb nur noch Marx und so wundert das Ergebnis z.B. in Hamburg nicht, denn dort ist der Anteil der nichtreligiös gebundenen im Westen am höchsten (ca. 25%).
Das Ganze lag in gewissem Sinne im rückwärts gewandten Zeitgeist, der sich in einem Kult um die DDR, die westdeutschen 50er/60er Jahre (Filme "Wunder von Bern"/"Wunder von Lengede") und dem neuen Lutherfilm ausdrückt.
Es wurden zahlreiche Sportler und aus dem Fernsehen bekannte Entertainer unter die besten hundert gewählt, was eher voraussehbar war.
Erfreulich und weniger vorhersehbar war, dass mit Heinrich Heine (96), Georg Elser(97) und Marlene Dietrich(50) auch Personen gewählt wurden, die ihrem Deutschland sehr kritisch gegenüberstanden.
Selbst der Hitler-Attentäter Elser, der großen Mut und Zielstrebigkeit bewiesen hatte und der nur knapp scheiterte, ist also nicht ganz in Vergessenheit geraten. Elser hatte ein Bombenattentat auf Hitler im Bürgerbräukeller verübt. der schlimmste Deutsche aller Zeiten entging dem frühzeitigen Tod nur dadurch, dass er seinen Vortrag zeitlichvorgezogen hatte. Marlene Dietrich, die sich offen gegen Nazideutschland stellte und für US-Soldaten in der Truppenbetreuung sang schaffte es sogar auf den 50.Platz.
Der Wehrmachtsoffizier von Stauffenberg, dessen mit vielen in der Wehrmachtsführung abgestimmtes Attentat ebenfalls fehlschlug, landete unter den ersten zwanzig. Und die Geschwister Sophie und Hans Scholl, die mit studentischen Freunden eine antifaschistische Widerstandsgruppe in München gegründet hatten waren unter den ersten zehn, landeten schließlich auf Rang vier.
Wir plädierten dafür, Karl Marx zu wählen. Unsere Gründe dafür können sie hier nachlesen.
(Internet: www.unserebesten.zdf.de)
Die zehn Namen der "besten Deutschen" lauten:
- Karl Marx - Philosoph, Revolutionär, Ökonom
- Albert Einstein - Physiker, Nobelpreisträger
- Sophie und Hans Scholl - Widerstandskämpfer
- Martin Luther - christlicher Reformator
- Konrad Adenauer - 1. BRD-Kanzler
- Otto von Bismarck - 1. Reichskanzler
- Willy Brandt - Bundeskanzler, Hoffnungsträger
- Johann Gutenberg - Erfinder des Buchdrucks
- Johann Sebastian Bach - Komponist und Organist
- Johann Wolfgang von Goethe - Dichter
Unsere Seiten zu Karl Marx