Afghanistan    (Islamischer Staat Afghanistan)

    Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai
    Fläche: 652 225 km2(Weltrang: 40)
    Einwohner (38): 27 Millionen (2001)
    Hauptstadt: Kabol (Kabul), 2,7 Mio Ew
    Religion: fast 100% Muslime (84% Sunniten, 15% Schiiten, Ismailiten)
    Analphabeten: 2000: 69 Prozent (M 49%/ W 79%)
    Städte: (S 1997)Mazar-i-Sharif 2,5 Mio Ew; (S 2001) Kabul 2,7 Mio; (S 1988) Kandahar 225 500, Herat 177300
    Verfassung:Entwurf im Januar 2004 beschlossen
    Entwicklung:
    Sturz der Taliban-/al-Qaida-Herrschaft gestützt durch internationalen Militäreinsatz unter US-Führung im Spätherbst 2001.
    Islamistische Terroristen, aus Pakistan und anderen Ländern, hatten im Land die Herrschaft während eines Bürgerkriegs an sich gerissen. Ihre klerikal-faschistische Terrorherrschaft entrechtete die weibliche Bevölkerung, verbannte jegliche Kultur aus dem Alltag und unterwarf alle einem Religionsterror (Sharia-Rechts-System).
    Das islamische Emirat kümmerte sich nicht um die sozialen Interessen der Menschen. Es gab eine rege Zusammenarbeit mit dem Terrornetzwerk al-Qaida und Osama Bin Laden. Im Land wurde ein dutzend Ausbildungslager für islamische Terroristen unterhalten. Diese Terrorakademien bildeten Aktivisten für zukünftige weltweite Gewaltakte (Jihad) aus.
    Der Sturz der Taliban durch die Nordallianz und US-Truppen beendete einen 23 Jahre andauernden Bürgerkrieg.
    Die amtierenden Regierung Karzai hat keine Kontrolle über die regionen des Landes. Dennoch kommt die Entmilitarisierung voran und es keimt Hoffnung in der kriegsmüden Bevölkerung. Millionen kamen aus dem Exil ins kriegszerstörte Land zurück.
    Mädchen düfen wieder unterrichtet werden. Dennoch gibt es Rückschläge durch wiederholte Angriffe auf Mädchenschulen durch islamische Fanatiker.
    Bis 2004 finden Operationen der US-Truppen zusammen mit Regierungseinheietn und lokalen Warlords gegen die Rückzugsgebiete der Taliban statt. Die Taliban haben sich teilweise reorganisert und operieren vor allem von Pakistan aus.(Quetta, Peschawar)
    Die Opiumproduktion, unter den Taliban rückläufig, stieg wieder stark an. Viele Bauern sehen trotz Verbots keine Alternativen zum Mohnanbau.
    Im Rahmen des ISAF-Mandats der UNO sind auch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan im Einsatz. Seit kurzem außer in Kabul auch im Norden, in Kunduz.
    Der Wiederaufbau kommt trotz internationaler Hilfe nur langsam voran, wobei berücksichtigt werden muss, dass es gilt Millionen von Rückkehrern zu intergieren.