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Globalisierung von unten 
Juli 2001kontakt@okf-sued.de

aus: spiegel-online

 



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Weltwirtschaftsforum beginnt mit Krawallen

Trotz verschärfter Grenzkontrollen und eines massiven Polizeiaufgebots ist es zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums zu Ausschreitungen gekommen. Einige hundert Demonstranten warfen Steine auf Polizisten.

Salzburg - Bei der Konfrontation mit der Ordnungsmacht wurden mehrere Demonstranten leicht verletzt. Der Polizei gelang es, die Randalierer am Eindringen in das Sperrgebiet um das Kongresszentrum zu hindern, wo führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft zum Thema Entwicklung von Osteuropa tagten.

Die Globalisierungsgegner kritisierten das WEF als "Forum der Ausbeutung von Arbeitern". Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie "Brecht die Macht der Banken und Konzerne". Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, einige Demonstranten hätten Pflastersteine bei sich. Verletzte Personen wurden von Sanitätern wegen kleiner Schnittwunden und Blutergüssen behandelt.

Zu Anfang waren die Proteste von Globalisierungsgegnern und anti-kapitalistischen Gruppen friedlich verlaufen. Polizeiangaben zufolge versammelten sich bis zu 700 Demonstranten bei einer Kundgebung am Hauptbahnhof. Der Bezirk um das Kongresszentrum war großräumig abgeriegelt. Hunderte Polizisten waren auf den Straßen um das Tagungsgebäude im Einsatz. Über der Stadt kreisten Hubschrauber der Polizei.

Um Randalierer bereits an der Einreise nach Österreich zu hindern, wurden bis zum Ende des WEF-Gipfels am Dienstag die Grenzkontrollen wieder eingeführt. Bei der WEF-Tagung in Davos im Januar hatten sich Globalisierungsgegner Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Auch beim Gipfel der Europäischen Union (EU) Mitte Juni in Göteborg kam es zu gewalttätigen Protesten.

In der Mozart-Stadt Salzburg hatten Treffen des WEF in den vergangenen Jahren stets ohne großen Protest von Gegnern der Organisation stattgefunden. In diesem Jahr setzten jedoch einige gewaltbereite Gruppen unter den Globalisierungsgegnern Salzburg auf die Liste geplanter Proteste. Unter dem Motto "Smash the WEF" (Zerschlagt das WEF) wurde über das Internet zu Kundgebungen und Störaktionen aufgerufen.

Seit den Krawallen bei Tagungen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Seattle und in Prag waren alle großen Tagungen der Entscheidungsträger aus Industrie und Wirtschaft von Störungen begleitet.

 

 

21. Juni 2001   www.spiegel.de

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