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Saddam Hussein gefangen

Jubel in Bagdad - Ist das die Wende für einen demokratischen Irak?

USA erreichen wichtigstes
Kriegsziel - Rückschlag für Ba'thisten
14.12.03

Am 13.12.03 ist es Koalitionstruppen gelungen, den ehemaligen irakischen Diktator südlich seiner Heimatstadt Tikrit festzunehmen. Saddam Hussein wurde bei einer Razzia, an der 600 US-Soldaten und kurdische Peschmerga beteiligt waren, auf einem Landgut ohne Widerstand verhaftet.

Am Sonntag Mittag, als die Nachricht bekannt wurde, brach in Bagdad spontaner Jubel aus. Die Menschen diskutierten auf den Straßen, Freudenschüsse wurden in die Luft abgefeuert und Autokorsos ließen ein Hupkonzert ertönen. Die Erleichterung und Freude der Bevölkerung war spürbar und drückte sich auch in Jubelkundgebungen aus auf denen grüne und rote Fahnen geschwenkt wurden.

"We got him"

Noch bevor er mit seinen Erläuterungen begann, sagte der US-Beauftragte Bremer "We got him" - ‚Wir haben ihn' - und wischte damit auf einmal alle Fragen und Zweifel vom Tisch! Er schien selbst vom Moment ergriffen und hätte wohl beinahe Tränen vergossen. In seiner kurzen Rede beschwor er die Chance, dass nun der Widerstand nachlässt und aufhört. Er formulierte einen Appell für einen demokratischen Irak und forderte die Anhänger des alten Regimes auf, sich dem Aufbau eines neuen Irak anzuschließen. Nun besteht nach den Worten von Paul Bremer für die Anhänger des alten Systems die Möglichkeit zur Versöhnung. Sie können und sollten die Waffen niederlegen, um sich am Aufbau des neuen Irak zu beteiligen. Bremers Aufruf richtete sich an die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, nun einem demokratischen Irak den Weg zu bahnen.

Bei dem gemeinsamen Auftritt von Bremer und dem US-Kommandeur General Sanchez nahm auch ein Vertreter des irakischen Regierungsrates teil. Er sprach davon, dass Saddam und andere vor ein irakisches Gericht gestellt würden. Der gemeinsame Auftritt zeigte einen neuen, entspannten Stil. Denn es wurde mal englisch, dann wieder arabisch gesprochen. Die BRD-Medien waren darauf nicht eingerichtet und konnten den Iraker nicht direkt übersetzen. Bei Phönix wurden seine Worte teilweise nach der englischen Übersetzung widergegeben. Unterbrochen von spontanem Jubel und Sprechchören wurden Bilder des festgenommen Ex-Diktators gezeigt. Diese Bilder schienen den letzten Zweifel zu beseitigen. Sie zeigten einen alten Mann, der sich willenlos seinem Schicksal ergibt. Der Ex-Despot hatte in letzter Zeit in einem Erdloch gehaust, bzw. sich dort versteckt; er sah heruntergekommen und ergraut aus. Von Stolz oder Widerstand keine Spur.

Was kann die Festnahme bedeuten?

Die Festnahme wurde von US-Soldaten gefeiert, hieß es auf CNN. Dort wurde von einem "moral boost", einem Auftrieb für die Moral der US-Soldaten gesprochen, die schon durch den überraschenden Besuch von Präsident Bush gespürt hätten, dass sie nicht vergessen seien. Sie verbinden mit der Entwicklung eine Bestärkung, dass sie eine wichtige und richtige Aufgabe bewältigen und zudem die Hoffnung möglichst bald das Land verlassen zu können.

Wie Korrespondenten berichten, hat sich schon in den letzten Wochen die Lage im Irak deutlich verbessert. Zum einen die Verbesserung der Sicherheitslage: zehntausende Sicherheitsleute sind nun schon im Dienst. Sie patrouillieren nachts durch die Hauptstadt und bringen ein mehr an Sicherheit und Sicherheitsgefühl.

Außerdem hat sich die Lage der Infrastruktur deutlich verbessert. Die Strom- und Wasserversorgung ist immer besser gesichert und damit wird eine wichtige Ursache für den Unwillen der Bevölkerung beseitigt. Auch die Zahl der Arbeitslosen geht zurück. Wenn sich die Sicherheitslage verbessert, so kann dies die Ökonomie stärken und die Voraussetzungen für eine politische, demokratische Umwälzung bieten. Mit der Festnahme des Ex-Diktators wurde den Terroristen, die im Namen Saddam-Husseins operierten, ein schwerer Schlag verpasst. Ob der Terror bald stoppen wird ist unwahrscheinlich, aber der ohnehin geringe Rückhalt der Terroristen wird weiter schwinden.

Bevor die Festnahme verkündet wurde, war die Identität des Saddam zweifelsfrei festgestellt worden. Eine DNA-Analyse und die Aussagen einer Ex-Geliebten über Tätowierungen und Narben verschafften letztlich Sicherheit.

Die USA haben die Festnahme absolut professionell umgesetzt und den arabischen Faschisten, gemeint sind die Islamisten, einen Schock versetzt. Sie haben ein Idol verloren, was dem Verlust einer großen Schlacht gleichkommt. Die Festnahme ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu deren Niederlage, die mit der Festnahme von Bin Laden eines Tages eine weitere Fortsetzung erleben wird.(mak)

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